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Vivre avec un trouble du spectre autistique – un témoignage

Ce témoignage met en lumière l'impact que peut avoir le spectre autistique sur la vie quotidienne en termes de perception, de corps et de système nerveux. Il montre comment un accompagnement par la thérapie complémentaire aide à comprendre ces liens, à réduire le surmenage et à favoriser l'autorégulation.

31.03.2026


Portrait einer Frau mit geschlossenen Augen, Hand auf Schlüsselbein

© Adobe Stock

Autismus Spektrum Störung (ASS) ist eine neurobiologische Entwicklungsvariante. Sie beeinflusst, wie ein Mensch Informationen verarbeitet, kommuniziert und soziale Situationen erlebt. Herausforderungen zeigen sich bei Menschen auf dem Autismus Spektrum sehr unterschiedlich. Merkmale und Ausprägungen variieren stark. Sie begegnen der Welt auf eine besondere Weise. Oft nehmen sie Reize intensiver wahr, denken detailorientiert und reagieren sensibel auf Veränderungen oder zwischenmenschliche Dynamiken.

 

Sind die Merkmale weniger stark ausgeprägt, fallen sie dem Umfeld oder den Betroffenen selbst oft erst später auf. Die Diagnose wird dann erst im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter gestellt. Bei Mädchen und Frauen oft später als bei Knaben und Männern. Sie maskieren soziale Unsicherheiten oft geschickt, passen sich an die Erwartungen ihres Umfelds an und werden dadurch seltener oder später als neurodivers wahrgenommen.

Persönliche Erfahrung

Eva (Name geändert) gibt im Interview Einblick in ihre Erfahrungen mit der Komplementärtherapie, Methode Kinesiologie. Sie ist 48 jährig und befindet sich auf dem Autismus Spektrum.

© Shutterstock

Wie bist du zur Komplementärtherapie gekommen?

Meine Physiotherapeutin empfahl mir Kinesiologie, weil ich starke Schulterschmerzen hatte. Sie meinte, diese kommen von einem überlasteten Nervensystem.

Wie hast du Kinesiologie erlebt?

Sie hat meine Genesung ganzheitlich unterstützt. Es ging nicht nur um die Behandlung meiner Schulterschmerzen, sondern um einen Prozess, der mir half, meinen Körper zu verstehen, meine Gedanken mit meinem Körper zu verbinden. Ich bekam dadurch ein Verständnis für meine Überlastung im Nervensystem.

Was meinst du mit «Überlastung im Nervensystem»?

Aufgrund meiner neurodiversen Wahrnehmung kann ich Reize, Emotionen und Energie oft nicht filtern oder priorisieren. Besonders irritieren mich inkongruente Personen, wenn Worte, Stimmung oder Körpersprache nicht zusammenpassen. Wenn dann noch weitere Reize dazukommen, kann das bei mir körperliche Symptome auslösen, wie z.B. Schmerz, Schwindel oder es schlägt mir buchstäblich auf den Magen. Durch die kinesiologische Arbeit lernte ich meinen Körper zu beobachten, Muster zu erkennen und zu verstehen, welche Faktoren zu viel waren. So kann ich heute in zwischenmenschlichen Situationen viel klarer für mich einstehen. Der Leidensdruck meiner körperlichen Symptome ist dadurch deutlich geringer.

"Ich lernte meinen Körper zu beobachten, Muster zu erkennen und zu verstehen."

Was hat sich durch die Behandlung verändert?

Es entstand eine Art Ordnung in meinem Kopf und Körper. Ich verstehe die Zusammenhänge meiner Thematik besser und bin einer Situation nicht mehr ausgeliefert. Ich erlebe eine natürliche Verbindung zwischen Kopf und Körper. Diese Verbindung hatte ich als Kleinkind, aber ich glaube, sie wurde mir gesellschaftlich abtrainiert. Mein Vater sagte oft: «Du bist zu direkt, du überforderst die Leute.» So habe ich mich angepasst und Verhaltensmuster von anderen kopiert. Heute darf ich immer mehr Masken ablegen, Ich sein. Dies befreit mein Körper von Spannungen.  Zudem erkenne ich: Anders sein kann auch ein Mehrwert sein.

Kannst du dich daran erinnern, wann du begonnen hast, dich gesellschaftlich anzupassen?

Ja. Das war im ersten Kindergartenjahr. Die Übergänge zwischen Spielen und dem Singen im Kreis ergaben für mich keinen Sinn. Das hat mich innerlich so überfordert, dass ich manchmal blockierte oder einfach nach Hause ging. Ich bin überzeugt, dass genau solche Situationen die Trennung zwischen meinem Kopf und meinem Körper verstärkt haben. Ich fing an in meinem Kopf zu leben. Bücher und Fantasien wurden mein zu Hause.

Wie hat dir die Therapie geholfen, diese Verbindung wieder herzustellen?

Kinesiologie ist für mich eine natürliche Sprache der Energie. Durch die Energiearbeit komme ich wieder besser in den Dialog mit meinem Körper. Wenn ich mit Schmerzen in eine Behandlung gehe, beobachte ich, wie sich die Energie bewegt. Ich bemerke jeden Widerstand in meinem Körper. Diese Widerstände nehme ich wie gespeicherte Erinnerungen wahr. Zudem «lese» ich die Energie im Raum und die der Therapeutin, bevor Handlungen und Gesichtsausdrücke stattfinden. Gemeinsam mit der Therapeutin kann ich sie benennen. Das hilft mir, mich besser zu orientieren.

Ich bin überzeugt, dass Kinesiologie mein Nervensystem beruhigt. Dadurch bekomme ich neue Ressourcen. Ich habe gelernt, mich zu regulieren und mehr Kapazität für Neues zu entwickeln. Es ist, als würde sich innerlich einen Raum öffnen, um im hier zu leben, ohne flüchten zu müssen. Mein Nervensystem ist durch die neu geschaffene Ressource deutlich weniger überlastet.

«Heute darf ich immer mehr Masken ablegen, Ich sein. Dies befreit mein Körper von Spannungen.»

Résumé

Der Erfahrungsbericht von Eva zeigt, wie sich ASS im Lebenslauf äussern kann. Es ist bedeutsam, auch die Stimmen jener Personen hörbar zu machen, deren Autismus lange unentdeckt blieb. Ihr Weg verdeutlicht, wie unterstützend eine individuell abgestimmte komplementärtherapeutische Begleitung sein kann und wie sehr sie dazu beitragen kann, Verständnis, Entlastung und Selbstwirksamkeit zu fördern.

Auteure:

Conny Baumgartner, Komplementärtherapeutin mit eidg. Diplom Methode Kinesiologie

Mitglied beim Berufsverband für Kinesiologie kinesuisse.ch


Source:

1 https://www.autismus.ch/uploads/pdfs/downloads/ads_ASS-Broschuere_102019.pdf



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