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Verspannungen lösen, Stress reduzieren

Verspannte Schultern, ein steifer Nacken, ein Atem, der nicht zur Ruhe kommt. Viele kennen das und haben sich längst damit abgefunden. Was steckt hinter Verspannungen, die nicht verschwinden? Und wie kann Atemtherapie helfen?

30.06.2026


© Adobe Stock

Wenn der Körper nicht mehr loslässt

Der Nacken ist angespannt, die Schultern hochgezogen und selbst in Ruhe bleibt eine Grundspannung spürbar. Viele Menschen erleben dies über einen längeren Zeitraum hinweg und irgendwann wird die Verspannung Teil des Alltags.

Eine Massage lockert, eine warme Dusche entspannt, ein Spaziergang befreit. Doch der Körper findet nicht zurück in seine natürliche Spannungsbalance. Etwas scheint sich festgesetzt zu haben.


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Stress hinterlässt Spuren im Gewebe

Verspannungen entstehen selten isoliert. Der Körper reagiert auf Belastung – körperlich wie seelisch. Unter Stress verändert sich das Zusammenspiel von Muskeltonus, Nervensystem und Atmung.

Der Organismus bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft, auch wenn kein Anlass mehr besteht. Was ursprünglich sinnvoll war, ist zur Belastung geworden. Die Fähigkeit zur Selbstregulation gerät ins Ungleichgewicht. Eine negative Spirale entsteht.

Der Atem zeigt, was der Körper hält

Der Atem reagiert unmittelbar auf Spannung. Er wird flacher, die Atemfrequenz steigt. Die Atmung verharrt im oberen Brustraum und verspannte Bereiche lassen keine Atembewegung mehr zu.

Dort, wo Spannung sitzt, kann sich der Atem nicht mehr frei entfalten – und damit fehlt auch ein wichtiger Zugang zur Lösung. Ein stiller Kreislauf entsteht, der sich immer weiter verstärkt.

Genau hier setzt Atemtherapie an

Atemtherapie ist eine Methode der Komplementärtherapie, die den ganzen Menschen einbezieht – Körper, Empfinden und Gedanken. Im Mittelpunkt steht das aktuelle Atemgeschehen – so, wie es sich im Moment zeigt.

Neben dem Gespräch und der Atem- und Körperwahrnehmung ist die Atembehandlung ein zentrales Element. Die Therapeut*in nimmt die Atembewegung differenziert wahr. Durch achtsame, gezielte Berührungen lädt sie den Atem dazu ein, sich in verschiedene Körperbereiche auszudehnen. Der Atem darf unbeeinflusst fliessen – er zeigt sich, breitet sich aus, nimmt Raum ein. Die Klient*in tritt in unmittelbaren Kontakt mit sich selbst. Im Zusammenspiel von Selbstwahrnehmung und Körpererfahrung

entfaltet sich der Prozess.

Methodenbild Atemtherapie

© Atemfachverband Schweiz AFS

Den Weg zur Regulation wiederfinden

Komplementärtherapie behandelt keine einzelnen Symptome. Sie unterstützt den Menschen ressourcenorientiert darin, seine Fähigkeit zur Selbstregulation wiederzufinden. Der Körper wird dabei aktiv einbezogen.

Der Atem bildet eine Brücke zwischen Körper, Emotionen und der Selbstregulation des Nervensystems. Er macht sie direkt erfahrbar. So verändern sich festgehaltene Muster allmählich. Ressourcen stärken sich, die Wahrnehmung wird differenzierter.


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Was sich verändern kann

Mit zunehmender Wahrnehmung verändert sich oft die Atemqualität. Der Atem wird ruhiger, Weite entsteht, Leichtigkeit zeigt sich. Gleichzeitig reguliert sich die Körperspannung. Beweglichkeit sowie Empfindungsfähigkeit nehmen zu.

Diese Veränderungen entstehen nicht durch Anleitung oder Anstrengung. Sie entwickeln sich im begleiteten, ressourcenorientierten Prozess. Der Körper lernt wieder, Spannung ziehen zu lassen.

Für wen ist Atemtherapie sinnvoll?

Atemtherapie kann besonders hilfreich sein bei:

  • anhaltenden Verspannungen im Nacken-, Schulter- oder Rückenbereich
  • Stress, innerer Unruhe und körperlicher Anspannung
  • Erschöpfung und eingeschränkter Atemqualität

Besonders sinnvoll ist die Methode, wenn der Körper dauerhaft unter Spannung steht. Das Gefühl, nicht zur Ruhe zu kommen, ist ein klares Zeichen.

Ein Schritt zurück zur inneren Balance

Der Körper verfügt grundsätzlich über die Fähigkeit zur Regulation. Manchmal braucht er allerdings Unterstützung, um wieder Zugang dazu zu finden. Komplementärtherapie schafft diesen Rahmen. So wird die Fähigkeit zur Selbstregulation wieder erlebbar.

Der Körper findet zurück zu seiner Wohlspannung – dem gesunden Gleichgewicht zwischen An- und Entspannung.



Autorin:

Martina Pecka, Komplementärtherapeutin mit Branchenzerifikat OdA KT Methode Atemtherapie, Remigen und Baden

Mitglied bei Atemfachverband Schweiz AFS, www.atem-schweiz.ch


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