08.07.2026

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Unser Nervensystem – ein Blick zurück
Wagen wir eine Reise in die Vergangenheit, in der wir Menschen wild in der Natur lebten und uns ständig und unvermittelt diversen Gefahren ausgesetzt sahen. Um in kritischen Momenten das eigene Überleben zu sichern, war es nötig, blitzschnell zu reagieren. Beispielsweise dann, wenn ein nicht gerade amüsierter Bär signalisiert, dass diese schmucke Höhle bereits besetzt ist. Oh, eine Stresssituation! Um jetzt adäquat reagieren zu können, haben sich bei höher entwickelten Tierarten innerhalb des vegetativen Nervensystems zwei antagonistische Systeme herausgebildet. Beide funktionieren verborgen im Hintergrund.
Sympathikus und Parasympathikus – ein System in Balance
Während das eine System, der Parasympathikus, beruhigend auf Körper und Organe einwirkt, setzt das andere, der Sympathikus, den Körper in Alarmzustand – z.B. in der oben beschriebenen Situation mit dem Bären. Jetzt ist augenblickliches «in Aktion treten» gefragt! Das läuft folgendermassen ab: Auf den Stressreiz hin werden Hormone freigesetzt, welche den Blutdruck, die Durchblutung und den Tonus der Muskelzellen erhöhen, damit diese sich anspannen und in Aktion treten können. Auch werden komplexe Gedankengänge unterbunden und Hirnfunktionen eher auf Reflexe reduziert. Im Idealfall ist die Gefahr schnell überstanden und der Parasympathikus übernimmt wieder den Teil des Entspannens und der Selbstfürsorge. So ergänzen sich diese beiden Systeme wechselseitig und halten unseren Organismus in Balance.

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Wenn Stress zur Gewohnheit wird
Anhaltender Stress, sorgt für eine Dauerkontraktion der Muskelfasern und Überdruck im Blutsystem. Wir sind immer im Alarmzustand! Kein Runterfahren! Wenn unsere Muskeln nicht loslassen und sich richtig entspannen können, kann es so weit kommen, dass kleinere Blutgefässe im Muskel abgeschnürt werden und anaerobe Prozesse in Gang kommen. Laktat und H+ Ionen häufen sich an, der PH-Wert unserer Zellen kippt ins Saure und es kommt zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Häufig manifestieren sich solche Verspannungen in Rücken, Hals und Schultermuskeln.
Der Sympathikus in der modernen Welt
Vielleicht fragen Sie sich jetzt: «Na ja... ich mache doch keinem Bären seine Höhle streitig! Und der ständige Überlebenskampf gehört in unseren Breiten doch auch eher der Vergangenheit an! Was soll denn das mit diesem Sympathikus in der heutigen Zeit?»
Für die Aktivierung des Sympathikus braucht es gar keine Bären oder Spaziergänge durch verruchte Vorstädte. Sein Programm läuft bei jeglicher Art von Stressor ab – und unsere schnelle, moderne Welt ist voll von solchen. Unsere frühzeitlichen Vorfahren hatten meist mit einem Stressor nach dem andern zu tun. Heute müssen wir oft mehrere Belastungen Gleichzeitig bewältigen. Sei es eine toxische Partnerschaft, Stress am Arbeitsplatz, Zeitdruck, ein Schreibaby, welches einem den Schlaf raubt… Die Liste ist unerschöpflich, subjektiv und oft verflochten.
Warum Abschalten oft nicht gelingt
Bereits eine harmlose Erkrankung stellt für unser Nervensystem etwas Bedrohliches dar. Und so kann unser eigener kleiner Überlebenskampf plötzlich ganz schön gross werden, wenn wir aus diesem Strudel nicht mehr herauskommen. «Abschalten», indem wir uns über Handy oder Fernsehen ausklinken, funktioniert leider auch nicht. Denn hirnphysiologisch bedeuten Nachrichten, Shorts, Werbung, Filme eine Überreizung und damit für unsere Gehirne nichts anderes als zusätzlicher Stress. Die Folgen sind sehr verschieden und lassen doch auf eine Disbalance zum Parasympathikus schliessen: Schlafstörungen, Bluthochdruck, Verdauungsprobleme, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten und eben Muskelverspannungen, gepaart mit Fehlhaltungen.

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Mit Komplementärtherapie wieder loslassen lernen
Es ist wichtig, dass wir unser Gleichgewicht immer wieder herstellen und beginnen, physisch wie psychisch wieder loszulassen, damit der Parasympathikus seine Funktionen übernehmen kann.
Komplementärtherapie, in meinem Fall die Methode Kinesiologie, bietet sich an, um Ausgleich zu finden. Wenn Muskeln angespannt sind, schmerzen, oder ihre Bewegungen eingeschränkt sind, gilt es: Ruhe einströmen lassen, atmen und loslassen. Das gleiche gilt für geistige An- und Verspannungen.
Auch a lltägliche Aktivitäten wirken sehr beruhigend auf uns. Singen beispielsweise aktiviert den Vagusnerv, unsere Kreativität und bietet einen grossen Spassfaktor! Auch achtsamer Sport eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen: Durch die zusätzliche Verausgabung kommen wir danach wieder zu Ruhephasen, die uns in die Regeneration führen.

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Fazit
Muskelverspannungen sind oft mehr als ein rein körperliches Problem. Häufig stehen sie im Zusammenhang mit einem Nervensystem, das dauerhaft überreizt ist. Die Komplementärtherapie unterstützt dabei, das innere Gleichgewicht wiederzufinden und die Selbstregulation zu stärken. Mit der Methode Kinesiologie können körperliche und seelische Anspannungen bewusst wahrgenommen, gelöst und neue Wege zu mehr Entspannung, Beweglichkeit und Wohlbefinden entwickelt werden.
Quellen
www.wikipedia.org
www.doccheck.com
Autor
Tom Bertschi, KomplementärTherapeut mit Branchenzertifikat OdA KT, Methode Kinesiologie, Zürich
Mitglied beim Berufsverband für Kinesiologie KineSuisse, www.kinesuisse.ch
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