03.02.2026

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Eine Krebsdiagnose zieht Betroffenen oft den Boden unter den Füssen weg. Plötzlich scheint das eigene Schicksal nur noch von medizinischen Entscheidungen und dem Verlauf der Krankheit abzuhängen. Die emotionale Verfassung ist ein Schlüsselfaktor für den Therapieerfolg und die Genesung. Es ist von Bedeutung, sie in der Hektik von Untersuchungen und Behandlungsplänen, im Blick zu behalten. Studien zeigen: Wenn es gelingt, ein Stück Kontrolle zurückzugewinnen und wieder an die eigene Handlungsfähigkeit zu glauben, steigt die Resilienz. Statt sich nur auf die Krankheit zu fokussieren, wird Wert auf Aspekte gelegt, die die Gesundheit erhalten und entstehen lassen.
Welche Unterstützung bietet die Komplementärtherapie
Komplementärtherapie zeichnet sich nebst der Arbeit am Körper auch durch interaktive Prozessarbeit und Dialog aus. Sie kann ergänzend zu einer Krebsbehandlung eingesetzt werden. In der Komplementärtherapie wird Wert auf das Finden individueller Ressourcen gelegt. Selbstvertrauen und Mut werden gefördert. Die Würdigung kleiner Erfolgserlebnisse und positiver Erfahrungen spielt dabei eine zentrale Rolle.
Arbeitsweise am Beispiel der Yoga Therapie
Gemeinsam mit der betroffenen Person werden passende Bewegungs-, Atem-, Entspannungs-, Achtsamkeits- und Meditationsübungen ausgesucht. Diese fügt die*der Therapeut*in zu einem sinnvollen, kurzen Übungsprogramm zusammen, das sich an den Möglichkeiten und am vereinbarten Veränderungswunsch orientiert. In den weiteren Sitzungen wird das Programm reflektiert und an die momentane Lebenssituation angepasst. Die gemeinsame Reflexion erlaubt es, Zusammenhänge wie z.B. Stressfaktoren einzuordnen und daraus verstehbare, machbare und sinnvolle Strategien zu entwickeln.
Die betroffene Person erlebt so, was ihr guttut und was hilft. Sie spürt, womit sie sich entspannen kann, zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit findet oder zu besserem Schlaf gelangt. Sie entwickelt individuelle Regulationstechniken, die sie bei Stressgefühlen, kreisenden Gedanken oder Schmerzen unterstützt. Nach und nach füllt sich eine Schatztruhe mit wertvollen Werkzeugen, Handlungskompetenzen und Bewältigungsstrategien, auf welche Betroffene jederzeit zurückgreifen und nachhaltig Selbstwirksamkeit erleben können.
S3-Leitlinie
Die Wirksamkeit von Yoga Therapie als unterstützende Behandlung wird in der S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Onkologie bestätigt [1].
Yoga Therapie kann bei folgenden Nebenwirkungen helfen:
Hohe Qualitätsanforderungen
Die S3-Leitlinien weisen darauf hin, dass für die Begleittherapie bei Krebs eine profunde Ausbildung notwendig ist. Mit dem Beruf der Komplementärtherapeut*in sind die hohen Qualitätsanforderungen und die Klient*innensicherheit gewährleistet. Komplementärtherapeut*innen kennen die Grenzen und Risiken. Zudem sind sie dank spezifischen Weiterbildungen auf dem neuesten Stand und reflektieren ihr Handeln mit Super- und Intervision. Sie können interdisziplinär mit Ärzt*innen und anderen Fachpersonen zusammenarbeiten. Qualifizierte Komplementärtherapeut*innen mit
Branchenzertifikat oder eidgenössischem Diplom, die Yoga Therapie anbieten, finden Sie unter www.ktyoga.ch/therapeuten.
Autorinnen:
Dr. Gisela Stauber, KomplementärTherapeutin mit Branchenzertifikat, Methode Yoga Therapie, Kriens (LU), Co-Präsidentin Fachverband KT Yoga
Susanne Kieser Jäggi, KomplementärTherapeutin mit eidg. Diplom, Methode Yoga Therapie, Wald (ZH), Co-Präsidentin Fachverband KT Yoga
Franziska Pereira-Bohren, KomplementärTherapeutin mit Branchenzertifikat, Methode Yoga Therapie, Bern, Vorstandsmitglied Fachverband KT Yoga
Fachverband KT Yoga (Yoga Komplementär Therapie Schweiz) www.ktyoga.ch
Quellen:
1. S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischenPatientInnen
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/032-055OL, 06.01.2026
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